Dienstag, 25. November 2008

Die Bruderschaft der Versuchskaninchen des Todes

Es gibt solche Tage und solche Tage. An diesen Tagen würfelt Gott nicht. Er frühstückt zusammen mit Luzifer und überlässt das Geschäft dem Joker. Der holt dann sein großes Klemmbrett raus und los gehts.
  • Versuch 1: Badezimmer, morgens halb zehn. Gefühlte Temperatur im Bad (weil der Mitbewohner vorher nach dem Duschen brav das Fenster geöffnet hat) geschätzte 5° C. Man rettet sich unters warme Wasser, was 5 Sekunden später weg ist weil die Mitbewohnerin ein Bad weiter auch genau jetzt duschen will. Sich orientierend knallt man mit dem Ellbogen gegen die Armaturen um zwei Sekunden später festzustellen dass das Duschzeug noch in der Sporttasche ist. Joker 1, Versuchsobjekt 0.
  • Versuch 2: Bett machen, Bettrahmen im Weg, Schienenbein blauer Fleck. Mit schmerzverzerrtem Gesicht geht man nach hinten um festzustellen dass der Gürtel exakt so positioniert ist, dass die Schnalle wunderbar unter den Fuss passt. Der Joker macht zwei Haken.
  • Versuch 3: Kaffee kochen. Kanne ausspülen, genau den richtigen Winkel treffen und der kalte Kaffee kommt aus dem Waschbecken direkt auf die Hose. Dann Kaffeepulver einfüllen, Wasser rein (dass der Deckel vom Wasserfilter fällt und die Hälfte daneben geht ist egal), Maschine an. Da man feststellt dass sich durch den Dampf der Küchenschrank darüber langsam auflöst, beschließt man sich die Sache genauer anzusehen. Der Joker drückt auf den Knopf. Zwei Sekunden später hält man sich die vom plötzlichen 100° C heißen Dampfstrahl verbrühte Hand. Joker 4, Versuchskaninchen -2.
  • Versuch 4: Staubsaugen. Klappt nicht, Staubsauger verstopft. Zwischen Schalter und Gehäuse sind genau 5 mm Platz. Verrückt wo ein Daumen überall zwischen passt und wie dehnbar und gleichzeitig fest Kunststoff sein kann. Der Joker hakt nicht mehr ab, sondern lacht schallend.
15:40 Uhr, der Joker macht Kaffeepause. Außerdem ist das Klemmbrett voll. Irgendwo da drin sind auch gute Nachrichten. Wer sie findet darf sie mir gerne mitteilen.

Freitag, 7. November 2008

Selbsterkenntnisse

Es war einmal ein Hamster, der hatte der Weiber vier... (okay, ich hab nur eins. Also ich meine "eine". Also ne Freundin, nicht dass die das liest und ich demnächst die vorletzte Strophe singen muss) Also Selbsterkenntnis. Ist ne feine Sache, dummerweise meistens mit Schmerzen verbunden, nicht unähnlich einem Tritt in die Eier (womit wir bei der letzten Strophe wären, aber egal). Schlecht auch dann, wenn man nicht mehr auf den Schmerz achtet sondern nur noch froh ist wenn er aufhört. Weil man nun aber weiß dass der Schmerz nicht von Dauer ist vermeidet man ihn dann nicht mehr. Geht ja weg.

Irgendwann macht das dann süchtig. Nicht der Tritt, damit wir uns richtig verstehen. Sondern das Gefühl der Erleichterung wenn der Schmerz nachlässt. Sprich: eine Situation aus der man lernen könnte/müsste hat den Lerneffekt nicht, weil nachher wieder alles gut ist. Die Situation löst sich also automatisch ohne ein Dazutun. Das führt dann dazu dass man in solche Situationen immer und immer wieder reinschlittert.

Aber dann gibt es glücklicherweise Situationen, die einem klar machen dass da doch irgendwas irgendwie schief gelaufen ist. Nehmen wir zum Beispiel Herrn K. Herr K hat die tolle Angewohnheit es grundsätzlich allen Leuten recht machen zu müssen. Dauernd. Überall. Immer. Sowas wie die Viagra unter den Gutmenschen. Dass liegt aber nicht daran, dass Herr K so ein toller Hecht ist. Herr K ist auch kein Gutmensch. Glücklicherweise nicht! Aber Herr K hat immer das schlechte Gewissen, dass man ihm irgendwas übel nehmen könnte. Da klagt ihm ein Freund ein Leid und Herr K fühlt sich schuldig. Zu unrecht verständlicherweise, denn Herr K hat nichts damit zu tun, er soll nur eine Schulter zum Ausweinen oder Anlehnen bieten. Dummerweise ist der Fehler der dem anderen widerfahren ist nach seiner Denkweise jetzt aber Herrn Ks Fehler. Es ist jetzt seine Schuld. Da sie es aber das nicht ist, müssen alle Versuche des Herrn K den Fehler wieder gutzumachen zwangsläufig schiefgehen. Und das tun sie auch. Glücklicherweise hat Herr K dadurch heute wiedermal einen Fettnapf erwischt. Und die Flecken gehen nicht raus. Und heute, ausgerechnet heute, denkt Herr K mal darüber nach warum er die Dinge so macht.

Ich weiß leider nicht warum Herr K das macht. Herr K denkt derzeit drüber nach. Er meint es wären ausgeprägte Selbstzweifel. Ohne daran zu zweifeln. Denke ich auch. Und da, genau da ist der Funken Hoffnung. Eine Erkenntnis. Etwas, das über jeden Zweifel erhaben ist. Wie wenn man in einen Aufzug steigt und es nach Pups riecht und nur eine Person drinsteht mit nem roten Kopf. Ich hab das Herrn K dann auch so gesagt, aber er hat das mit dem Aufzug nicht so ganz verstanden. Egal, ich glaube er schafft es jetzt, klar es wird ein langer Weg und er wird noch den einen oder anderen Rückschlag erfahren. Aber er wird weiter gehen und ich glaube seine Freunde mit ihm. Ich bin übrigens auch sein Freund. Phat!

PS: Falls irgendjemandem das zu wenig Phat war, der kann sich das hier anschauen: Get oudah!

PPS: Für alle die beim Hamster nur Bahnhof statt J.B.O. verstehen: http://www.lyricstime.com/jbo-es-war-einmal-ein-hamster-lyrics.html