Heute: Aus dem Leben eines Besatzers
Der gestrige Abend verlief dem Einvernehmen nach gut für den Protagonisten dieser Geschichte. Nach dem er die Fussgängerzone an mehreren Plätzen besetzt gehalten hatte (bisher hat es noch niemand gewagt ihm seine Zone streitig zu machen, aber nur weil die Supernanny gerade woanders ist) und sich der Solidaritätsbekundungen der vorbeigehenden schicksalsbewussten wie -ergebenen Passanten in Form von Almosen erfreut hatte, nahm er das ersparte Geld und führte es dem Finanzkreislauf durch den Besuch des Kinos in der Liborigalerie wieder zu. Aber nicht alles! Nach Abschluss des Films wollte er seiner Freundin ein Eis kaufen, da die Popcorntheke allerdings bereits geschlossen hatte nahm er den bereitgestellten Eis-Saug-Automaten und vertraute ihm sein Geld an. Die Meldung im Display des Automaten etwa 3 cm über dem Einwurfschlitz dass der Automat derzeit nicht betriebsbereit sei ignorierte der Münzwerfer. Aber nun schlug das Schicksal mit unbarmherziger Härte zu. Das Geld war weg! Futsch! Und der Automat weigerte sich ein Eis herauszugeben. Unverschämt. Statt die Hilfe der herbeigerufenen Kinomitarbeiterin anzunehmen besann sich Dieter D. (Name erfunden weil nicht bekannt) auf seine Fähigkeiten und besetzte den Automaten und überlies die Kinomitarbeiterin einem ungewissen Schicksal. Ich weiß nicht was die anderen Gäste beim Anblick des dort so sitzenden gedacht haben, aber als ich dann etwa eine halbe Stunde später aus dem Film kam habe ich erstmal laut gelacht. Und danach etwas leiser, musste mich ja zusammenreißen. Nachdem ich Dieter D. sein Geld wiedergegeben hatte konnte ich ihn gerade noch davon abbringen die Blockade aufrecht zu erhalten um weiteren Gästen das gleiche Schicksal zu ersparen.
Donnerstag, 4. Dezember 2008
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